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Grenzen setzen für People Pleaser

  • Autorenbild: Jeanne Jirges
    Jeanne Jirges
  • 17. Aug.
  • 6 Min. Lesezeit

Du wirst nicht ausgenutzt, du wirst ernst genommen.


Das Gefühl, ausgenutzt zu werden, kennen viele – aber was, wenn das Problem gar nicht das ist, was du denkst? Ein ehrlicher Blick auf People Pleasing, Grenzen setzen und den Unterschied zwischen ausgenutzt werden und ernst genommen werden.


Da ist wieder dieses Gefühl, das du so gut kennst...


Du bist immer für alle da, in jeder Situation, zu fast jeder Uhrzeit, für fast jedes Problem. Du sagst Ja, du springst ein, du kümmerst dich. Und dann – irgendwann, wenn du mal etwas brauchst – sind alle irgendwie gerade beschäftigt, gerade nicht erreichbar oder gerade selbst in einer schwierigen Phase. Du stehst mit deinem Thema alleine da und hast das Gefühl, dir den Arsch für andere aufzureißen, während sie sich nicht für dich und deine Probleme interessieren.


Und du denkst: Ich werde ausgenutzt.


Ich möchte dir heute eine Perspektive anbieten, die sich zunächst unangenehm anfühlen wird.

Als diplomierte psychosoziale Beraterin schreibe ich diesen Blog nicht, um dir zu sagen, was du hören möchtest, sondern das, was du hören musst und das, was dir wirklich weiterhilft.


Du wirst nicht ausgenutzt. Du wirst ernst genommen.

Und in diesem Blogbeitrag erkläre ich dir, warum.


Das Ja, das alle für bare Münze nehmen


Das weißt du wahrscheinlich schon, aber: Wenn du immer Ja sagst, lernen die Menschen um dich herum eine einfache Sache. Nämlich, dein Ja bedeutet Ja. Verlässlich und ohne Wenn und Aber.


Das ist keine böse Absicht – das ist menschliche Lernpsychologie. Wer nie Nein sagt, trainiert sein Umfeld unbewusst darauf, kein Nein zu erwarten.

Das klingt zunächst hart und wird von meinen Kund:innen zunächst oft als Vorwurf verstanden, ist es aber nicht. Es ist eine wertfreie Tatsache der menschlichen Psyche. Punkt.


Du tust das ja nicht aus böser Absicht. Du sagst Ja, weil du helfen möchtest. Weil es sich falsch anfühlt, Nein zu sagen. Weil du nicht als schwierig, egoistisch oder kalt gelten willst. Oder, weil du weißt, wie es sich anfühlt, selbst keine Hilfe zu bekommen.


Das Problem ist nur: Während du das tust, baust du eine stille Erwartung auf, dass die anderen genauso funktionieren wie du. Dass dein Einsatz irgendwann zurückkommt. Dass man dir genauso zur Seite steht, wie du es immer tust.


Und wenn das nicht passiert, fühlt es sich wie Verrat an.

Umgekehrt machen die anderen Menschen das Gleiche, nur mit ihrem Nein. Menschen, die Grenzen setzen und Nein sagen können, erwarten auch ein ehrliches Nein von anderen. Diese Menschen wissen nicht, ob du ein halbherziges oder echtes Ja hergibst, sie wissen nur, das war ein Ja. Also wird es auch stimmen. Und sie machen den gleichen Fehler, wie du: Sie gehen von sich selbst aus. "Wenn ich Ja sage, dann meine ich es wirklich so. Sonst würde ich ja Nein sagen. Andere machen das auch so." Nur, dass diese Denkweise nicht auf dich zutrifft, richtig?


Ich denke, du verstehst...


Das 1:1-Denken, das nicht funktioniert


Ich hatte eine Klientin, die genau das beschrieben hat. Sie war immer da – für Freundinnen, Familie, Kolleg:innen. Und wenn sie mal etwas gebraucht hat, waren alle plötzlich beschäftigt. Jedes Nein einer anderen Person hat sich angefühlt wie ein direkter Gegenschlag. Als würden sie ihr sagen: Du bist mir nicht so wichtig, wie ich dir bin.


Was sie aber tatsächlich erlebt hat, war folgendes: Sie hat alle Situationen gleichbehandelt. Jedes ihrer Ja wog gleich schwer. Jedes Nein der anderen auch. Das klingt fair – ist aber eine Falle.

Denn zwischenmenschliche Beziehungen sind keine Tauschbörse. Wir sind keine Maschinen, die Leistung gegen Leistung abrechnen. Ein Nein der besten Freundin, weil sie gerade einen schlechten Tag hat, bedeutet nicht dasselbe wie das Nein der Kollegin, die grundsätzlich nie Zeit für dich hat.


Das Problem war nicht, dass sie ausgenutzt wurde. Das Problem war, dass sie Wichtigkeit und Personen nicht unterschieden hat. Jeder Arbeitskollege hatten den gleichen Stellenwert, wie die beste Freundin, wenn es darum ging, Aufgaben zu erledigen oder zur Verfügung zu stehen. Im Gegenzug haben sie die Arbeitskolleg:innen adäquat zu ihrer Beziehung zueinander behandelt. Eben "nur" als Arbeitskollegin.


So hat sie angefangen, Grenzen zu setzen


Das Entscheidende, was sich bei meiner Klientin verändert hat: Sie hat angefangen, Situationen zu kategorisieren.


Nicht jedes Ja von ihr wiegt gleich viel.

  • Manchmal sagt sie Ja, weil es ihr wirklich wichtig ist.

  • Manchmal, weil es schneller geht als zu erklären.

  • Manchmal, weil sie Angst hat vor dem, was kommt, wenn sie Nein sagt.

Erkennst du dich?


Als sie begonnen hat, das zu unterscheiden, veränderte sich ihr gesamter Blick auf das Thema Grenzen setzen.


Manchmal ist ein Nein eine klare Grenze, die sie respektieren kann. Manchmal ist es ein Zeichen dafür, dass eine Bekanntschaft eben keine Freundschaft ist. Manchmal ist es schlicht: Diese Person hat gerade nicht die Kapazität – und das ist okay. Und ja, manchmal darf man auch enttäuscht sein, dass die beste Freundin in diesem Moment (aus welchem Grund auch immer) nicht für einen da ist.


Aus diesem Verständnis heraus hat sie begonnen, bewusst zu entscheiden:

  • Für wen und wann ist sie wirklich da?

  • Wer ist eine echte Freundin, wem gegenüber sie auch wirklich Erwartungen haben darf?

  • Und wer ist eine Bekanntschaft – jemanden, für den sie nett und hilfsbereit ist, aber der nicht dieselbe emotionale Investition rechtfertigt?


Für Menschen, die es nicht gewohnt sind, gesunde Grenzen zu setzen, klingt das erst einmal nach Kälte. In Wahrheit ist es etwas ganz Anderes: Klarheit.


So endet der Ja-sage-Teufelskreis

In der Regel entschließen sich Menschen, die oft vom Umfeld enttäuscht werden, nichts mehr für die anderen zu tun. Sie sind unglaublich stolz auf ihre Entscheidung und empfinden das als großen Schritt in Richtung Grenzen setzen und Selbstbewusstein.


Tatsächlich ist es das Gegenteil, nämlich Resignation. Der Moment, in dem man aufgibt, weil man nicht mehr kann. Das hat nichts mit Selbstbewusstsein zu tun, da sich das Muster bei der nächsten Gelegenheit wiederholt.


Teufelskreis des People Pleasing
Bild mit KI generiert.

Im 1:1 Coaching schauen wir uns an, wie du diesen Teufelskreis durchbrechen kannst, damit aus dem Abwärtsstudel eine Aufwärtswelle wird.


Das erfordert Arbeit und Mut. Aber wenn das einmal geschafft ist, lebst du ein Leben, das sich leichter und klarer anfühlt, als je zuvor. Dieser Kreislauf endet dann nicht mehr damit, dass du anfängst, auf alle wütend zu sein. Er endet damit, dass du lernst, wann dein Ja wirklich ein Ja ist – und wann es ein selbstbewusstes Nein ist, ohne schlechtes Gewissen.


Grenzen zu setzen bedeutet nicht, weniger zu geben. Es bedeutet, bewusster zu entscheiden, wem du was gibst. Und das ist nicht nur gut für dich – es ist auch fair den anderen gegenüber. Denn wer ständig aus Pflicht gibt, gibt irgendwann nur noch Ressentiments.



Wie du heute Grenzen setzen kannst

Fang klein an und nicht mit dem großen Nein, das sich unmöglich anfühlt.


Beginne mit einer einzigen Frage, die du dir das nächste Mal stellst, bevor du Ja sagst:

„Sage ich das jetzt, weil ich es wirklich möchte oder weil ich Angst vor dem habe, was passiert, wenn ich es nicht tue?"


Vertrau mir, das reicht als erster kleiner Schritt. Aufmerksamkeit dem Thema gegenüber ist mehr, als viele andere Menschen schaffen. Daher kann ich dir jetzt schon einmal herzlich zu deinem großen Schritt gratulieren. Wenn du bereit bist, den nächsten Schritt zu gehen, kommst ins 1:1 Coaching.


Mehr Informationen zum Confidencce Coaching findest du hier: 1:1 Coaching

Aktuell freie Termine für ein Kennenlerngespräch findest du hier: Aktuelle Termine



Grenzen setzen ist kein Zeichen von Egoismus. Es ist das Zeichen von jemandem, der sich selbst ernst nimmt und anderen die Chance gibt, sich auf dein Wort verlassen zu können. Das ist der Anfang von echtem Selbstbewusstsein.



Psychosoziale Beratung

Für People Pleaser


Als diplomierte Schauspielerin und diplomierte psychosoziale Beraterin (Lebens- und Sozialberatung – LSB, gemäß §119 GewO) biete ich Coaching im vertraulichen 1:1-Setting für Menschen an, die selbstbewusst auftreten und Authentizität ausstrahlen wollen.


Wir widmen uns Themen wie Grenzen setzen, Selbstzweifel, Raum einnehmen, Schlagfertigkeit, Körpersprachetraining und dem Umgang mit schwierigen Situationen/Gesprächen. Gemäß meines Gewerbes bin ich zur Verschwiegenheit verpflichtet.


Wenn ich dir eine Sache mitgeben darf, dann diese: Habe Mut. Mut, anderen zu zeigen, wer du wirklich bist. Mut, zur Ehrlichkeit. Und Mut, die Person zu sein, die du selbst früher als Vorbild gebraucht hättest.


Aktuell freie Termine für ein Kennenlerngespräch findest du hier: Aktuelle Termine




Jeanne Jirges, Lipödem Life Coach

Über mich

Hi, ich bin Jeanne


Ich bin dipl. psychosoziale Beraterin und Confidence Coach mit Sitz in Wien.


In meinem Leben habe ich bereits viele Dinge erlebt. Von einer chronischen Krankheit, Übergewicht und Mobbing zu Fuckboys und Vorgesetzten, die mich lange Zeit nicht ernst genommen haben.


Heute könnte das alles nicht weiter in der Vergangenheit liegen. Als Unternemerin und Coach zeichnet mit mein humorvolles, schlagfertiges Mundwerk aus, gepaart mit meiner Expertise aus meinen fünf Diplomberufen.


Oder mit anderen Worten: Du lernst selbstbewusst auf die Meinung anderer zu scheißen und wieder die Person zu sein, die du eigentlich bist.





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