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Das Fuckboy-Syndrom

  • Autorenbild: Jeanne Jirges
    Jeanne Jirges
  • 17. Aug.
  • 7 Min. Lesezeit

Warum du immer an „ich bin nicht bereit für was Festes" gerätst


Immer wieder Männer, die nicht bereit sind? Das ist kein Pech, sondern ein Muster. Ein direkter, ehrlicher Artikel über das Fuckboy-Syndrom, Anziehungsmuster und was Confidence damit zu tun hat.


Couple having dinner
Image generated with AI

Mal ehrlich: Wie oft hast du dir schon gedacht, „warum passiert mir das immer"?


Du lernst jemanden kennen. Es fühlt sich gut an, intensiv sogar. Und dann, irgendwann – ein paar Wochen, ein paar Monate später – kommt der Satz: „Ich bin gerade nicht bereit für etwas Festes." Oder: „Ich suche nichts Ernstes." Oder, meine persönliche Lieblingsvariation: „Du bist toll, aber lass uns schauen, wie es sich entwickelt."

Und du stehst da. Wieder.


Hier ist, was ich dir sagen möchte – direkt und ohne Umwege: Das ist kein Pech. Es ist kein Karma. Und der Kosmos schickt dir keine Fuckboys, um dich zu ärgern. Und auch, wenn ich kein esoterischer Coach bin, gebe ich dem Mainstream-Universums-Trend bei einer Sache Recht: Es ist eine Lektion, die sich solange wiederholt, bis du sie lernst.


Oder fachlich und aus der psychosozialen Beratung heraus formuliert: Es ist ein Muster. Und Muster haben einen Ursprung und das Potenzial zur Veränderung. Aber lass uns ganz von vorne beginnen.



Warum der Fuckboy sich so vertraut anfühlt


Das, was uns anzieht, ist selten zufällig. Wir werden von dem angezogen, was uns vertraut ist – und das Vertraute kommt aus unserer Geschichte, nicht aus unserer Vernunft.


Wenn du in einer Umgebung aufgewachsen bist, in der Zuneigung unzuverlässig war – mal da, mal nicht, sogenannt ambivalent – dann kennt dein Nervensystem das und es hält es für „normal". Manchmal für „Liebe", aber vor allem als etwas Vertrautes. Und Vertrautes bedeutet Sicherheit für dein Nervensystem. In diesem Fall ist es egal, ob es dir gut tut oder nicht. Dass es bekannt oder vertraut ist, wiegt mehr.


Wer verfügbar ist, wer konstant ist, wer von Anfang an klar macht, dass er interessiert ist, der wirkt oft langweilig. Zu einfach. Zu wenig aufregend. Das sind Aussagen, die ich immer wieder von Klient:innen höre und die ich damals selbst oft getätigt habe. Glaub mir, wenn ich dir sage: "Been there, done that!"


Diese Wahrnehmung von "der Fuckboy ist spannend, die anderen sind langweilig" ist ein konditioniertes, also ein angelerntes, Muster deines Nervensystems. Und konditionierte Muster können, wie ich zuvor erwähnt habe, verändert werden.


Die Mechanik dahinter


Der Fuckboy – und ich verwende den Begriff hier als Sammelbegriff für emotional nicht verfügbare Menschen aller Geschlechter – triggert etwas Spezifisches: das Bedürfnis, sich zu beweisen.


Du beginnst unbewusst zu kämpfen. Für seine Aufmerksamkeit, seine Zeit, sein Commitment. Und je mehr du kämpfst, desto mehr investierst du. Je mehr du investierst, desto wertvoller erscheint dir die Sache – auch wenn objektiv gerade nicht viel passiert, weil ihr keinen gemeinsamen Schritt vorwärts macht.


Das nennt sich Effort Justification: Wir werten Dinge mehr, für die wir viel aufgewendet haben.

(Glaubenssätze aus der Arbeitswelt hierzu wären beispielsweise: "Ohne Fleiß kein Preis" oder "Ich muss mir meinen Erfolg verdienen")


Gleichzeitig aktiviert die Unzuverlässigkeit das, was Psycholog:innen als intermittierende Verstärkung bezeichnen. Mal Aufmerksamkeit, mal nichts. Mal nah, mal weg. Zuckerbrot und Peitsche oder "hot and cold" wird es in der Alltagssprache genannt. Dieses Muster erzeugt Sucht, die oft mit Liebe verwechselt wird. Und ja, das klingt jetzt hart, ist aber wichtig für dich zu verstehen, weil es auch bedeutet: Du bist nicht „zu viel" oder „zu anhänglich". Du reagierst menschlich auf eine Dynamik, die für genau diese Reaktion gemacht ist.


Gleichzeitig passiert in deinem Unterbewusstsein eine zweite spannende Dynamik: Wenn du mit Bindungsängsten zu kämpfen hast, dann ist der Fuckboy die realistische Wahl. Warum? Weil er nicht bleibt. Er wird sich nicht auf eine Beziehung, also eine Bindung einlassen. Daher ist die Zeit mit ihm nicht "gefährlich", da daraus sowieso keine Verbindung entsteht, die dich später verletzen kann. Except it does... Denn egal ob Beziehung oder Situationship - es macht etwas mit dir, sonst würdest du diesen Artikel nicht lesen.



Was das mit dir zu tun hat

Hier meine Einladung:

Wenn jemand von Anfang an sagt oder zeigt, dass er nicht verfügbar ist – und du bleibst trotzdem – dann ist das eine (meistens keine bewusste) Entscheidung.


Und die Frage, die sich lohnt zu stellen, ist nicht: „Warum ist er so?" oder "Warum bleibe ich?"

Die Frage ist: „Was erwarte ich mir, wenn ich bleibe, obwohl es klar ist?"


Und nein, er wird sich nicht ändern. Auch nicht für dich. Die liebevollen Seiten, die fürsorglichen Gesten, die er dir zwischendurch immer wieder zeigt, sind keine Indizien dafür, wie eure Beziehung aussehen würde. Es sind strategisch platzierte Brösel (für die deutschen Leser:innen: Krümel), die nicht die Realität seines Charakters widerspiegeln. Sonst würde er sich durchgehend so verhalten, nicht manchmal.


Nachdem wir nun die erste "logische" Antwort bearbeitet haben und du weißt, dass er sich nicht ändern wird und ihr nicht diese Traumbeziehung führen werdet, die du dir seit Wochen ausmalst, frage ich dich noch einmal: "Was erwartest du dir, wenn du bei jemandem bleibst, bei dem klar ist, dass er sich nicht ändern wird und keine Beziehung mit dir möchte?"


Wenn du merkst, dass diese Frage etwas in dir auslöst - vielleicht Wut, eventuell Trauer oder einfach einen Kloß im Hals - dann ist das ein deutliches Zeichen, dass vielleicht mehr dahinter steckt. In der Psychosozialen Beratung schauen wir uns gemeinsam deine Situation an – deine Erwartungen, Glaubenssätze, Muster – und kreieren Möglichkeiten für dich, um von diesem Zuckerbrot und Peitsche Spiel wegzukommen.


Mehr Informationen zum Confidencce Coaching findest du hier: 1:1 Coaching

Aktuell freie Termine für ein kostenloses Kennenlerngespräch findest du hier: Aktuelle Termine



Das kannst du heute tun

Das Gute an Mustern ist: Sie entstehen durch Erfahrung – und sie verändern sich durch Erfahrung. Das bedeutet, du wirst nicht einfach eines Tages aufwachen und plötzlich von verfügbaren, kommunikativen, zuverlässigen Menschen angezogen sein. Es braucht bewusste Arbeit und Zeit.


Konkret bedeutet das für dich heute:


1

Erkenne die Zeichen früh.

Jemand, der von Anfang an vage ist, der Pläne absagt ohne echte Erklärung, der immer beschäftigt ist oder sich erst um 22:00 Uhr meldet – das sind keine "es war so viel los" Tage. Das ist Information. Nimm sie ernst.

2

Bewerte Konstanz neu. 

Aufregung und Intensität sind ab heute keine verlässlichen Indikatoren für die Qualität deiner Gefühle in Beziehungen. Es kann sogar das Gegenteil der Fall sein und dein Nervensystem versucht dir eigentlich zu sagen: "Oh mein Gott, was geht hier ab? Alarm!"

3

Stell andere Fragen beim Kennenlernen. 

Nicht: „Mag er mich?" Sondern: „Mag ich ihn? Wie behandelt er mich? Ist das, was ich hier erlebe, das, was ich mir wünsche?" Anstatt von ihm auszugehen, gehe dieses Mal von dir aus.

4

Male ein Bild, bevor du ihn kennenlernst. 

Setz dich mit einem Tee oder Kaffee in Ruhe hin und überlege für dich, wie du dir eine Beziehung vorstellst. Wie sieht die Kommunikation aus? Wie verhält er sich? Wie fühlst du dich? Nimm dieses Bild zum ersten Date mit und gleiche ab, wie nah die Realität ran kommt oder wie weit entfernt sie ist.

5

Glaube seinen Worten.

Wenn er von Anfang an sagt, dass er nicht bereit für etwas Ernstes ist oder gerade keine Zeit für eine Beziehung hat, dann nimm das ersnt. Das ist keine Einladung zu "oh, vielleicht ändert er sich für mich", sondern die ehrlichste Aussage, die du von ihm bekommen wirst.

6

Setz die Grenze früher. 

Sei klar in deinen Wünschen und steh dazu: „Ich suche etwas Konkretes. Wenn das nicht passt, ist das völlig okay." Und dann – das Schwierigste – halt sie auch und gehe. Das fühlt sich im ersten Moment wie Verlust an. Immerhin entfernst du dich von der potenziellen Beziehung. In Wahrheit kommst du ihr dadurch aber sehr viel näher.


 


Selbstbewusstsein als Schutz gegen Fuckbobys


Echtes Selbstbewusstsein ist kein Schutzwall oder Panzer, immerhin sind wir nicht im Krieg. Auch, wenn sich Dating manchmal wie ein Schlachtfeld anfühlt. Selbstbewusstsein ist die Grundüberzeugung, dass du es wert bist, behandelt zu werden, wie du behandelt werden möchtest – ohne dafür kämpfen zu müssen.


Wer das wirklich glaubt, wartet nicht auf jemanden, der erst überzeugt werden muss.

Wer das wirklich glaubt, setzt früher Grenzen, weil die Konstellation nicht passt.

Grenzen setzen ist kein Zeichen von Egoismus. Es ist das Zeichen von jemandem, der sich selbst und seine Bedürfnisse ernst nimmt. Das ist der Anfang von echtem Selbstbewusstsein und echten Standards im Dating.


Das Fuckboy-Syndrom hört auf, wenn du aufhörst, für Aufmerksamkeit zu kämpfen, die dir selbstverständlich zustehen sollte.


Du bist keine Baustelle für jemanden, der nicht bereit ist.

Du bist das Ziel für jemanden, der weiß, was er will.


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Psychosoziale Beratung

Standards und Grenzen im Dating


Als diplomierte Schauspielerin und diplomierte psychosoziale Beraterin (Lebens- und Sozialberatung – LSB, gemäß §119 GewO) biete ich Coaching im vertraulichen 1:1-Setting für Menschen an, die selbstbewusst auftreten und Authentizität ausstrahlen wollen.


Wir widmen uns Themen wie Grenzen setzen, Selbstzweifel, Raum einnehmen, Schlagfertigkeit, Körpersprachetraining und dem Umgang mit schwierigen Situationen/Gesprächen. Gemäß meines Gewerbes bin ich zur Verschwiegenheit verpflichtet.


Wenn ich dir eine Sache mitgeben darf, dann diese: Habe Mut. Mut, anderen zu zeigen, wer du wirklich bist. Mut, zur Ehrlichkeit. Mut, Grenzen zu ziehen, wo sie dich schützen. Und Mut, die Person zu sein, die du selbst früher als Vorbild gebraucht hättest.


Aktuell freie Termine für ein Kennenlerngespräch findest du hier: Aktuelle Termine




Jeanne Jirges, Lipödem Life Coach

Über mich

Hi, ich bin Jeanne


Ich bin dipl. psychosoziale Beraterin und Confidence Coach mit Sitz in Wien.


In meinem Leben habe ich bereits viele Dinge erlebt. Von einer chronischen Krankheit, Übergewicht und Mobbing zu Fuckboys und Vorgesetzten, die mich lange Zeit nicht ernst genommen haben.


Heute könnte das alles nicht weiter in der Vergangenheit liegen. Als Unternemerin und Coach zeichnet mich mein humorvolles, schlagfertiges Mundwerk aus, gepaart mit meiner Expertise aus meinen fünf Diplomberufen.


Oder mit anderen Worten: Du lernst selbstbewusst auf die Meinung von Fuckboys zu scheißen und die Person zu finden, die du wirklich verdienst.





 

Confidence Coaching mit Jeanne Jirges, dipl. Psychosozialer Beraterin in 1190 Wien & online.

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