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7 Tage bis zur Liposuktion

  • Autorenbild: Jeanne Jirges
    Jeanne Jirges
  • vor 6 Tagen
  • 5 Min. Lesezeit

Die Woche vor der Liposuktion


Eigentlich bin ich Confidence Coach und psychosoziale Beraterin. Eigentlich. Doch in der Woche vor meiner 360° Liposuktion saß ich selbst in einem Karussell aus physischem Wirrwarr und tief sitzenden Ängsten.


Ich schreibe diesen Blog, weil ich eines gemerkt habe: Wir wissen rational meistens genau, was bei einer OP passiert. Aber was das Lipödem emotional mit uns macht – besonders kurz vor dem Eingriff der Liposuktion – darauf bereitet uns niemand vor. Viele Influenzer erzählen, wie toll ihr Leben nach der Liposuktion ist. Nach den ersten vier Wochen ist anscheinend immer alles ganz besonders inspirierend und perfekt. Aber was passiert davor?


Wenn das Lipödem die Antwort gibt


In den letzten Tagen vor der Operation gab es keinen Zweifel mehr, ob dieser Weg der richtige für mich ist. Mein Körper hat die Antwort täglich gebrüllt. Die typischen Lipödem-Schmerzen waren kaum noch zu ertragen. Kennst du noch diese Wachstumsschmerzen aus der Kindheit? So fühlten sich meine Beine an – nur ohne das Versprechen von Wachstum, denn über die 1,60 komme ich einfach nicht hinaus. Wahrscheinlich habe ich in der Kindheit zu wenig Fruchtzwerge gessen. Gibt es die eigentlich noch? Anyways...


Ein Gefühl, als würde das kranke Fettgewebe meine Beine von innen zerquetschen. Seit Februar wachte ich bereits mit diesem dumpfen Druck auf. Dazu kamen die sich häufenden Abende mit Eisbeuteln auf den Beinen, um die Hitze und das typische Lipödem-Brennen irgendwie zu betäuben. In diesen Momenten gab es kein ‚Vielleicht‘ mehr. Die Liposuktion war kein ästhetischer Wunsch, sondern ein Rettungsanker gegen die chronische Krankheit, die es laut Krankenkasse nicht gibt. Jedes Mal, wenn ich mich fragte: "Ist es wirklich so schlimm?" kam kurz darauf die physische Antwort meines Körpers: "Yes - do it!"




Die Angst vor der Narkose: Mehr als nur OP-Angst


Ich will ehrlich sein: Meine größte Angst war nicht die Zeit nach der Lipödem-OP. Es war die Narkose. Ein altes Trauma saß mir im Nacken. Es ging so weit, dass ich meinem Freund Instruktionen gab, wie er meinen Hund adoptieren kann, falls ich nicht zurückkehre. Zur Sicherheit habe ich mich sogar von ihm verabschiedet.


Da wusste ich: Stopp, ich brauche Hilfe. Ja, auch ein Coach braucht einen Coach und ich wusste, dass mein Verhalten weder gesund noch förderlich war.


Eine liebe Kollegin bot mir eine Coaching-Einheit an, die ich dankend annahm. Wir arbeiteten mit Klopftechniken (EFT) und NLP-Ansätzen, um mein Nervensystem zu beruhigen.


Jeanne Jirges und Hund Bandit

Dabei entwickelten wir zwei Anker, die in den Tagen vor der Liposuktion meine Rettungsringe wurden:

Mein Mantra

Der Satz „Ich bin sicher“ wurde zu meinem ständigen Begleiter. Immer wenn die Angst vor der Narkose oder dem Eingriff an sich mich übermannte, sagte ich mir diese drei Worte vor.

Mein visueller Anker

Hellblau. Für mich ist das die Farbe von Klarheit und Sicherheit. Ich versuchte die Farbe Hellblau etwas mehr im Alltag zu integrieren, wie beispielsweise bei meiner Handseife. Ein kleines, blaues Ritual für ein großes Gefühl von Schutz.


Lass mich jedoch eines absolut klarstellen: Zaubern kann kein Coach der Welt, kein Terapeut, kein Leitsatz und auch keine blaue Seife. Was wir mit diesen Dingen verbinden, macht etwas mit uns und unserem Mindset. Es geht nicht darum, sich in Sätze oder Farben reinzusteigern und manisch an diesen festzuhalten. Solche Ansätze haben keinen Einfluss auf den medizinischen OP-Verlauf. Darum geht es auch nicht. Sollten solche Rituale zu Zwängen führen, ist psychologische Hilfe erforderlich. Es geht darum, Methoden zu finden, um mit der mentalen Belastung umzugehen und die eigenen Ressourcen aktiv zu nutzen, nicht, sich von diesen abhängig zu machen.



Als emotional angehauchte Person wusste ich außerdem, dass ich dieses Mal Fakten brauchte. Und damit meine ich nicht ChatGPT, Gemini & Co. Ich benötigte ein Gespräch mit einem Anästhesisten. Diesen fand ich, zum Glück, im Familienkreis eines Businesskollegen. Er erklärte mir den Prozess so sachlich, dass mein Nervensystem endlich die Erlaubnis bekam, sich zu beruhigen. Er nahm sich viel Zeit um mir meine Fragen und Ängste zu beantworten und als ich endlich soweit war, dass ich sich meine Muskeln merklich entspannen konnten, sagte er: "Und ganz ehrlich - wenn was passiert, kriegst du's eh nicht mit." Well...


Ja, mag sein, dass das die bittere Realität ist, in so einem Moment helfen solche Aussagen jedoch wenig, da sich die betroffene Person in ihrer Angst nicht ernst genommen fühlt. Und da wusste ich: Ich will Menschen begleiten, die in genau dieser Situation stecken. Lipödem. Vor der OP, nach der OP, ohne OP - Confidence entsteht nicht auf der Waage, sie entsteht im Kopf. Und an diesen Leitsatz hielt ich mich auch. Ich lies nicht zu, dass der letzte Satz das gesamte Gespräch und meine Gefühlslage beeinflusst. Also strich ich ihn aus meinem Gedächtnis, wenn ich an das Gespräch zurückdachte. Dafür gibt es eine einfache Mentaltechnik - der Gedankenstopp.


Jedes Mal, wenn ich das Gespräch in meinem Kopf wiederholte und es zu besagtem Satz kam, stellt ich mir ein riesieges Stoppschild vor und sagte innerlich laut: "STOPP". Es brauchte ein paar Wiederholungen, doch danach blieben die Worte gut verschlossen hinter diesem Schild.


Mein Tipp: Such dir Expert:innen, die deine Angst ernst nehmen und dir die Sicherheit geben, die man bei einer so großen Lipödem-Behandlung braucht. Ob mental oder körperlich. Rede darüber. Danke an dieser Stelle an Georg und Marie!


Hygiene-Vorschriften und das Ende der Wohlfühl-Routinen

Der Verlust des eigenen Geruchs


Fünf Tage vor der OP musste ich mit einem speziellen, desinfizierenden Duschgel duschen. "Uns ist egal, ob sie stinken.", hatte die Assistentin des Chirurgen gesagt. Okay, aber mir nicht...  Und tatsächlich habe ich nicht gestunken. Schlimmer - ich roch nach Nichts. Nicht nach Chemie. Nicht nach Klinik. Nicht nach Duschgel und auch nicht nach mir selbst. Einfach. Nach. Nichts. Es ist verrückt, wie sehr unser Wohlbefinden an unserem eigenen Duft hängt. "Sicherheit geht vor", sagte die Krankenschwester. Recht hatte sie – aber mental fühlte ich mich trotzdem fremd in meiner Haut. Deo und Parfum sind übrigens selbstverständlich ebenso wenig erlaubt.


Das Rasurverbot


Wir Frauen sind so darauf konditioniert, glatte Beine mit Sauberkeit und Selfcare gleichzusetzen. Bei der Vorbereitung auf die Liposuktion ist Rasieren jedoch tabu. Rational? Völlig egal. Emotional? Ein echter Stressfaktor für das Selbstbild, wenn man sich doch gerade jetzt so verletzlich fühlt. Mir persönlich ging es weniger darum, dass es peinlich sein könnte. Vielmehr fühlte ich mich unhygienisch und schmutzig. In Kombination mit dem Nicht-Geruch war das eine schräge Erfahrung. In der Woche vor der Liposuktion freute ich mich bereits auf das Duschen danach. Well... dazu kommen wir später.



Warum ich diesen Lipödem-Blog schreibe


Jeanne Jirges

In dieser Phase hätte ich jemanden gebraucht, der genau das schon durchgemacht hat. Jemanden, der versteht, dass man sich zwischen Eisbeuteln und der Angst vor der Zukunft verliert. Ich möchte, kann und werde niemanden medizinisch auf die Liposuktion vorbereiten, denn das kann, darf und will ich nicht. Mir geht es um die mentale Vorbereitung und Begleitung durch diese Zeit und auch danach. Denn die Heilung zu einem selbst beginnt im Kopf, lange bevor das erste Kompressionsmieder angezogen wird.


In diesem Blog teile ich meine persönliche Erfahrung, was mir geholfen hat und was ich hätte vermeiden sollen. Diese Erfahrung wird nicht auf jede Person zutreffen. Aber es ist ein ehrlicher Einblick in die Zeit nach der Liposuktion und die Dinge, die ich gerne vorher gewusst hätte.


Nächster Halt: Der Tag der OP. Zeit für mein neues Leben!


Alles Liebe

Jeanne


 

Confidence Coaching mit Jeanne Jirges, dipl. Psychosozialer Beraterin in 1190 Wien & online.

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