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Liposuktion - TEIL 1

  • Autorenbild: Jeanne Jirges
    Jeanne Jirges
  • vor 7 Tagen
  • 11 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 3 Tagen

Wenn ein Teil von dir stirbt, damit du endlich du sein kannst.


19. März 2026

Ein Datum, das in meinem Kalender rot markiert war. Nicht nur, weil meine Liposuktion anstand, sondern weil dieser Tag das Ende eines Kapitels markierte, das viel zu lange gedauert hat.


Hinter mir liegen Jahre, in denen mein Körper nicht mein Freund war. Seit ich die Pille abgesetzt hatte, wurden die Schmerzen in meinen Beinen wöchentlich schlimmer. Aber es waren nicht nur die körperlichen Schmerzen, dieses Thema zog sich wie ein roter Faden durch mein ganzes bisheriges Leben. Danke, Lipödem.



"Von der Hüfte aufwärts würde mich nichts an dir stören."

Ähm, danke? Vielleicht solltest du deine sexuelle Orientierung überdenken...

"Du brauchst einfach mehr Disziplin." 

Mehr Disziplin als vier Jahre lang sieben Tage die Woche Sport – neben zwei Teilzeitjobs und einem Studium? Während eine Essstörung mir mehr als 900 Kilokalorien pro Tag verboten hat?

"Unterschiedliche Körperformen sind nur Ausreden von dicken Frauen, um ihren ungesunden Lifestyle gesellschaftlich zu rechtfertigen - hör auf zu lügen und streng dich mehr an." 

Ladies and Gents - my ex.

Spoiler: Mein Gewicht konnte ich trotz Disziplin und Essstörung nie vollständig reduzieren – vor allem nicht an den Beinen. Mein Oberkörper war teilweise unangenehm knochig und trotzdem sah ich nach außen nie so aus, als hätte ich ein Problem mit meinem Essverhalten.


Warum?

Weil meine Beine immer da waren. Immer.


Heute weiß ich: Ich war nicht faul. Ich war krank - auf mehreren Ebenen.


Und heute lasse ich die Version von mir, die all das mit sich hat machen lassen, in der Vergangenheit zurück.

Ich ehre sie für ihr Durchhalten. Ich achte und schätze sie für alles, was sie geschafft und überlebt hat – für immer.

Aber heute werde ich zum ersten Mal wirklich ich.



19. März 2026, 06:45 Uhr


Pünktlich um 06:45 Uhr betrete ich die Klinik. Kaum habe ich die Tür hinter mir geschlossen, werde ich in einen separaten Warteraum gebeten – hinter einer Glastür, die den Blick auf die beeindruckende Größe der gesamten Anlage freigibt. Erst jetzt wird mir bewusst, wie riesig dieser Ort ist. Alles ist hell, modern und freundlich eingerichtet. Die Atmosphäre strahlt eine Mischung aus Kompetenz und Wärme aus, die mir ein kleines bisschen Sicherheit schenkt.


Ich lasse mich in einen cremefarbenen Sessel sinken und versuche, es mir gemütlich zu machen. Meine Arme lege ich lässig auf die Armlehnen – zumindest sieht es so aus. In Wahrheit versuche ich damit nur, meine Nervosität zu verbergen, die sich wie ein kleines Flattern in meinem Bauch breitmacht. Plötzlich nähert sich eine Krankenschwester mit einem freundlichen Lächeln. Sie legt eine Mappe auf den Tisch und setzt sich mir gegenüber.


„Guten Morgen, sind Sie bereit?“, fragt sie mit einer Stimme, die beruhigend und zugleich motivierend klingt. Ich weiß es nicht. „Absolut!“, antworte ich halbherzig, während mein Herz ein kleines bisschen schneller schlägt. Gemeinsam gehen wir meine persönlichen Daten durch. Dann stellt sie die Frage, die mir zeigt, wie wichtig Vertrauen in diesem Moment ist: „Wen dürfen wir über Ihren Zustand informieren?“


Markus, mein Freund. Die Person meines Vertrauens. Nachdem ich seine Kontaktdaten angegeben habe, bittet sie mich, ein Passwort festzulegen – ein kleines Geheimnis, das sicherstellt, dass am Telefon auch wirklich er ist, der nach mir fragt. Ich nenne ihr ein Wort und zücke sofort mein Handy, um Markus via WhatsApp über unser Codewort zu informieren. Wäre ja blöd, wenn er es nicht kennt.


Danach werde ich auf mein Zimmer gebracht.




Bei aller Liebe – ich habe schon Hotelzimmer gesehen, die schlechter eingerichtet waren.


Ich stehe in einem hellen Zweibettzimmer. Links von mir ein freies Bett – mein freies Bett. Dahinter eine Trennwand, und hinter dieser schläft eine Dame in einem Bett, deren Schnarchen so laut war, dass es selbst die besten Ohrstöpsel herausgefordert hätte. Ich bete inständig, dass sie heute entlassen wird. Spoiler: Ich wurde erhört.


Zu meiner Rechten befindet sich die Tür zum Badezimmer. Weiter hinten im Zimmer steht ein großes, cremefarbenes Sofa, flankiert von zwei gemütlichen, großen Sesseln und einem runden, hellen Tisch. Mutig, wenn man bedenkt, dass man bei einer Liposuktion – wie soll ich sagen – Spuren hinterlässt.


Von der Krankenschwester bekomme ich ein hellblaues, rückenfreies Kleid, passend zu meiner Augenfarbe - man kann es auch OP-Kittel nennen, aber Kleid klingt definitiv besser. Hellblau hat für mich in diesem Zusammenhang eine wichtige Bedeutung: In einer vorangegangenen Coachingeinheit hatte ich die Farbe Hellblau als sogenannten Sicherheitsanker für mich etabliert. "Ich bin sicher.", strahlt diese Farbe für mich aus und ich nutze den Moment, um in mich hineinzuspüren. Kurz stehe ich einfach still und atme. Tief ein, tief aus. Und ich merke, wie sich mein Nervensystem beruhigt.


Nachdem ich mich umgezogen und es mir in meinem Bett bequem gemacht habe, schreibe ich Markus, dass ich bald dran kommen werde und gönne mir noch ein bischen Ruhe. Noch ein "Ich liebe dich!", bevor ich mein Handy weglege und mein neues Leben beginnt.



19. März 2026, 07:15 Uhr


Eine Stimme, so enthusiastisch, als hätte sie gerade drei doppelte Espressi inhaliert, reißt mich aus meinem dösigen Halbschlaf: „Wie ich sehe, haben Sie es sich schon gemütlich gemacht!“


Ich blinzle. Vor meinem Bett steht mein Chirurg. Er strahlt mich an, als wäre heute Weihnachten und die Operation mein großes Geschenk. „Ich darf Sie jetzt trotzdem zum Anmalen entführen“, fügt er hinzu.


In meinem Kopf macht es Klick. Die Künstlerin in mir feiert diese Wortwahl – „Anmalen“ klingt definitiv charmanter als „präoperative Markierung der Inzisionslinien“. Kurzerhand schlüpfe ich in die bereitgestellten Spitalschlapfen. Kleiner Design-Check: Sie sind mindestens drei Nummern zu groß und haben den aerodynamischen Widerstand eines Backsteins. Dennoch sprinte ich dem Doktor hinterher. Es ist erstaunlich, wie schnell Chirurgen sein können, wenn sie ein Ziel vor Augen haben. Ein kurzer Marathon durch die klinisch weißen Flure später stehen wir im Besprechungszimmer.


Dort wartet mein persönlicher Laufsteg auf mich: eine kleine, schwarze, sechseckige Plattform. Der OP-Kittel muss weichen. Um die Situation für alle Beteiligten (und vor allem für mich) jugendfrei zu halten, erhalte ich zwei „stylische“ Stücke Stoff. Es sind diese Art von Einweg-Unterwäsche, die man eher als „Hauch von Nichts mit der Haptik eines Kaffeefilters“ beschreiben könnte. Aber hey, in der Chirurgie-Saison 2026 ist das wohl der letzte Schrei.


Dann beginnt die Performance. Mein Chirurg zückt die Marker. Rot und Grün gleiten über meine Beine – eine Farbkombination, die mich dezent an einen Weihnachtsbaum erinnert. Während er prüfend fragt, wo genau die Schmerzen sitzen und welche Stellen die größten Probleme machen, kommen die blauen Markierungen ins Spiel. Mein Körper wird zu einer topografischen Karte meiner eigenen Krankengeschichte.


Nachdem die „Kriegsbemalung“ steht und alles doppelt gecheckt wurde, folgt das große Finale: das Fotoshooting. Keine Windmaschine, keine Model-Posen, nur ich, wie ich mich langsam auf meiner kleinen Plattform im Kreis drehe. Klick. Klick. Klick. Dokumentation für die Ewigkeit (oder zumindest für die Patientenakte).


Und während ich mich da so drehe, in meinen Kaffeefilter-Höschen und mit bunten Beinen, frage ich mich: Wie fühle ich mich eigentlich?


Ehrlich gesagt? Ich habe keine Ahnung. Es ist ein seltsamer Cocktail aus purer Vorfreude (endlich passiert etwas!), einer ordentlichen Portion Nervosität und dem tiefen Ur-Instinkt, mir einfach den Kittel zu schnappen und schreiend nach Hause zu rennen, um so zu tun, als wäre das alles nur ein bizarrer Traum gewesen.



19. März 2026, 07:30 Uhr


Nach dem künstlerischen Intermezzo mit den bunten Markern meldet sich meine „Wellensittichblase“. Zurück im Zimmer geht es daher erst mal direkt ab aufs Klo. Im Badezimmer betrachte ich mich noch einmal im Spiegel. "Hey Beine, danke fürs Tragen. Und hey Lipödem, ich weiß, dass ich nicht der Mensch wäre, der ich heute bin, wenn es dich nicht gegeben hätte. Also wofür du auch immer gut warst: Danke." Es ist ein seltsames Gefühl zu wissen, sich das letzte Mal auf diese Art im Spiegel zu sehen. Zu wissen, dass ein Teil von einem selbst für immer geht. Und obwohl ich mich freue, keine Schmerzen mehr zu haben, ist da trotzdem dieser bittersüße Beigeschmack, der sich nicht beschreiben lassen will. Wehmut? Dankbarkeit? Ich weiß es nicht.



Als ich das Badezimmer verlasse, bleibe ich plötzlich verdutzt stehen. Irgendetwas stimmt nicht. Mein Bett fehlt!? Ich blinzle. Nichts. Kein Bett. Keine Decke. Und – Panik steigt auf – kein Handy! Mein digitales Überlebenskit ist weg. Markus ist weg! Ich komme mir vor wie in einem schlechten Zaubertrick: „Und simsalabim... die Patientin ist noch da, der Rest halt nicht." Verdutzt sehe ich mich im Zimmer um. Meine Zimmerkollegin ist gerade dabei, ihre Tasche zu packen und schaut mich fast schon mitleidig an. „Die haben gerade das Bett geholt“, sagt sie trocken. „Ich glaub, Sie sind jetzt dran.“


Mit einem Nicken bedanke ich mich und dann beginnt der zweite Marathon des Tages. Ich sprinte los, so schnell es die Aerodynamik meiner XXL-Spitalschlapfen zulässt. Klatsch, klatsch, klatsch – das Geräusch der Gummisohlen auf dem Linoleum hallt durchs Zimmer, während ich versuche, nicht über meine eigenen Füße zu stolpern. Am Gang erhasche ich gerade noch einen Blick auf das Fußende meines Bettes, wie es am Ende des Flurs majestätisch um die Kurve biegt. In diesem Moment fängt mich eine Krankenschwester ab, die wohl meinen gehetzten Blick bemerkt hat. Oder meine Schlapfen...


„Wir haben Ihr Bett schon mal mitgenommen, damit im OP alles bereitsteht“, erklärt sie mit einer Engelsgeduld. „Meine Kollegen wollten Sie sowieso gleich abholen, aber wenn Sie möchten, können Sie auch einfach hinterhergehen.“ - „Ja, ich geh sofort los! Aber...“, stammle ich, während mein Puls irgendwo bei 180 liegt, „ich glaube, ich habe mein Handy verloren! Das war doch eben noch...“ Sie lächelt mich beruhigend an. „Nein, haben Sie nicht. Ich habe es sicherheitshalber in Ihre Nachttischlade gelegt, damit es nicht wegkommt.“


Ein Stein fällt mir vom Herzen. Oder eher ein ganzer Gebirgszug. „Ah, perfekt – vielen Dank! Na dann...ähm... verfolge ich mal mein Bett!“



Kaum ein paar Sekunden später habe ich die beiden eingeholt, die gerade mein Bett den Gang entlang schieben. Ein sehr großer, schmaler Mann, der das Bett schiebt, dreht sich zu mir um, als ich mich laut und deutlich höre sagen: „Hallo, ich gehör zu dem Bett!“ Die Dame in meiner Größe lacht herzlich, dreht sich um und zieht das Bett weiter. „Ja super, dann müssen wir Sie nicht mehr holen. Und der Morgensport ist damit auch erledigt.“ So beginnt meine ganz persönliche Verfolgungsjagd durch die Klinikflure. Doch schon bei der nächsten Tür endet die wilde Fahrt: Wir biegen links ab, und mein Bett wird auf einer freien Fläche neben einem weiteren Bett abgestellt.


„So, machen Sie es sich gemütlich, mein Kollege legt Ihnen gleich den Zugang“, sagt die Dame mit einem Lächeln.

Gemütlich machen? Ich frage mich, wie das gehen soll, wenn ich gleich eine Nadel in den Arm bekomme. Noch bevor ich den Gedanken zu Ende denken kann, ertönt eine freundliche, aber bestimmte Stimme: „Guten Morgen! Nachdem wir den Morgensport erledigt haben, darf ich mich vorstellen. Ich bin Ihr Anästhetist, und wir nehmen gleich das linke Handgelenk.“ Ah, der Mann von vorher!


Er erklärt weiter: „Da wir Sie während der OP drehen, ist es einfacher, wenn der Zugang am Handgelenk ist und nicht in der Beuge.“ Nervös schaue ich ihn an und sage: „Kein Problem, aber ich muss wegschauen, sonst falle ich um.“ Während ich also hektisch versuche, einen Gegenstand im Raum zu finden, der mich von der bevorstehenden Nadel ablenkt, höre ich ihn sagen: „So, das war’s!“ Spannend. In meinem ganzen Leben habe ich noch nie eine Nadel nicht gespürt. Aber heute? Er hatte mein Vertrauen – und ich war tatsächlich überrascht, wie sanft das ging.


Also hake ich gleich ein: „Ich muss zugeben, ich hab ziemlich Angst, nicht mehr von der Narkose aufzuwachen.“ Der Anästhesist lächelt mich beruhigend an: „Na, das werden wir nicht zulassen, oder?“ Er dreht sich zu seiner Kollegin um, die gerade wieder den Raum betreten hat. „Absolut nicht!“, antwortet sie bestimmt. „Wir sind nur für Sie da und passen gut auf Sie auf.“ Ihre Stimme klingt so, als hätte sie schon so manchen Patienten durch diese Phase begleitet. Dann fügt sie hinzu: „Und dafür darf ich Sie gleich zu mir bitten – Sie werden jetzt gewaschen.“ Ich werde was? Sofort fällt mir der Satz wieder ein, den mir die Assistentin des Chirurgen beim OP-Gespräch gesagt hat: „Uns ist egal, ob Sie stinken", und ich muss lächeln.



Ich folge der Krankenschwester in einen Nebenraum – und plötzlich wird mir klar: Das ist nicht irgendein Raum. Das ist der OP-Saal. Bereit oder nicht, es ist soweit. Mein Herz setzte kurz aus, während ich versuche, die vielen medizinischen Geräte, die Atmosphäre und die hellen Lichter auszublenden. Stattdessen fixiere ich das Bett in der Mitte des Raumes, das wie ein Thron auf mich wartet. Zwei Damen, komplett in OP-Kleidung gehüllt, begrüßen mich mit einem warmen Lächeln, das ein bisschen wie ein Rettungsanker wirkt.


„Ah, guten Morgen! Wir bereiten Sie jetzt vor und ich darf Sie bitten, sich auf die Matte vor mir zu stellen.“ Sie zeigt auf eine quadratische Matte auf dem Boden, und ich atme erleichtert auf – etwas Vertrautes. „Ah, diese Trainingsmatten hat mein Hund zum Pinkeln zuhause!“, platzt es aus mir heraus, vielleicht etwas zu enthusiastisch. Die beiden Damen lachen herzlich, und für einen kurzen Moment fühlt sich die Situation fast normal an.


Dann kommen die Instruktionen: „So, wir werden Sie jetzt dreimal waschen, auch im Intimbereich. Die Hände bleiben dabei bitte durchgehend über dem Kopf – egal wie kalt es wird. Sobald die Hände runterwandern, müssen wir komplett von vorn anfangen.“ Ich nicke, mache mich bereit und hebe die Hände über den Kopf. Und dann trifft mich die Realität. Ich stehe nackt in einem OP-Saal, werde von Fremden gewaschen und stehe vor einer OP, die mein Leben komplett auf den Kopf stellen wird. Wo sind meine Nerven? Ah, haben sich aus dem Fenster gestürzt... Ich seh sie noch fliegen.


Einmal. Ja, sie hat recht - es ist wirklich kalt. Zweimal. Mein Körper beginnt zu zittern... Dreimal. Gott sei Dank! Das war echt schräg....


„Super, jetzt gehen Sie bitte rückwärts zum Bett, Hände bleiben über dem Kopf.“ Ich tue, wie mir aufgetragen wird. Mit einem kleinen Balanceakt schaffe ich es, meine Pobacken aufs Bett zu hieven, lehne mich zurück und finde Halt am Oberkörper der Krankenschwester, die auch gleich mit ihren Händen meine Handgelenke festhält. Während ich mein linkes Bein ausstrecke, um es in etwas zu stecken, das wie ein Stiefel aussieht, merke ich, wie dankbar ich für jedes Bauchmuskeltraining bin, das ich jemals gemacht habe. Denn das Hochheben und Positionieren ist gar nicht so einfach, wie es klingt. Aha - die Stiefel umhüllen den Teil meiner Beine, der nicht operiert wird, wie eine schützende Hülle. "Super, jetzt bitte das rechte Bein."


Als beide Beine eingepackt sind, sagt die Dame: „So, meine Kollegin und ich drehen Sie jetzt. Ich halte Sie an den Füßen, meine Kollegin an den Händen. Bitte geben Sie Ihre Hände danach nicht aufs Bett!“ Ich nicke, und schwups, so schnell kann ich gar nicht schauen, da liege ich schon. „Na, das haben wir aber gut gemacht!“, sage ich stolz. Die Damen lachen, als sich der Raum plötzlich zu drehen beginnt.


„Oh, ich glaub, mir ist schwindelig...“ Die Krankenschwester lächelt: „Das kann sein, mein Kollege hat Ihnen gerade einen tollen Cocktail zum Einschlafen verabreicht.“ „Was? So schnell? Wie hat er das gemacht?“, frage ich und merke, dass ich langsam nicht mehr ganz bei mir bin. „Weil er ein ganz Flotter ist“, bekomme ich als Antwort.


„Und so ein Cocktail ist schon was Feines, findet Sie nicht? So ein Aperol, das wär’s jetzt. Trinken Sie Aperol?“ Nicht wirklich, aber ich fühle mich gerade, als hätte ich etwas zu tief ins Glas geschaut... Was für eine merkwürdige Frage im OP. Aber auch sehr angenehm, ich unterhalte mich gerne mit Menschen. Das finde ich immer sehr nett... wenn Menschen erzählen... und ich mich unterhalten kann... Die sind überhaupt alle sehr nett... „Ja, vereinzelt im Sommer ist das schon ganz nett. Aber ich trinke nicht wirklich“, höre ich mich noch sagen, bevor meine Welt schwarz wird.



Würdest du eine Liposuktion machen?

  • Definitiv

  • Nein, auf keinen Fall!

  • Ich weiß es (noch) nicht...



Warum ich diesen Lipödem-Blog schreibe



In dieser Phase hätte ich jemand gebraucht, der genau das schon durchgemacht hat. Jemand, der versteht, dass man sich zwischen Eisbeuteln und der Angst vor der Zukunft verliert. Ich möchte, kann und werde niemanden medizinisch auf die Liposuktion vorbereiten, denn das kann, darf und will ich nicht. Mir geht es um die mentale Vorbereitung und Begleitung durch diese Zeit und auch danach. Denn die Heilung zu einem selbst beginnt im Kopf, lange bevor das erste Kompressionsmieder angezogen wird.


In diesem Blog teile ich meine persönliche Erfahrung, was mir geholfen hat und was ich hätte vermeiden sollen. Diese Erfahrung wird nicht auf jede Person zutreffen. Aber es ist ein ehrlicher Einblick in die Zeit nach der Liposuktion und die Dinge, die ich gerne vorher gewusst hätte.


Nächster Halt: Aufwachen. Zeit für mein neues Leben!


Alles Liebe

Jeanne



 

Confidence Coaching mit Jeanne Jirges, dipl. Psychosozialer Beraterin in 1190 Wien & online.

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